Beim Vergleich von Thinkific und Teachable lohnt es sich, Zahlungsgebühren vollständig durchzurechnen: 100 Verkäufe zu je 99 US-$ ergeben bei angenommenen 2,9 % plus 0,30 US-$ je Transaktion insgesamt 317,10 US-$ Kartenbearbeitungsgebühren. Das sind die Annahmen aus dem Rechenbeispiel von FreshLearn, dessen Vergleich am 21. Juli 2026 aktualisiert wurde. Für die Plattformwahl zählen daneben getrennte Kostenpositionen und die Frage, ob Ihre Teilnehmer lediglich mobil auf Kurse zugreifen sollen oder eine App unter Ihrer eigenen Marke benötigen.
FreshLearn-Beispiel: Prozentgebühr und Festbetrag
| Rechengröße | Prozentualer Bestandteil | Fester Bestandteil |
| Annahme im Beispiel | 2,9 % des Umsatzes | 0,30 US-$ je Transaktion |
| Berechnung bei 100 Verkäufen zu je 99 US-$ | 9.900 US-$ × 0,029 | 100 × 0,30 US-$ |
| Gebühren für die 100 Transaktionen | 287,10 US-$ | 30,00 US-$ |
Was die Gebührenrechnung für 100 Verkäufe ergibt
Im FreshLearn-Beispiel beträgt der Umsatz 9.900 US-$. Die prozentuale Kartenbearbeitungsgebühr fällt auf diesen Umsatz an, der feste Betrag dagegen auf jede einzelne der 100 Transaktionen. Zusammen ergibt das:
9.900 US-$ × 0,029 + 100 × 0,30 US-$ = 317,10 US-$.
FreshLearn nennt in seinem Beispiel 287 US-$ Kartenbearbeitungsgebühren. Dabei bleiben die insgesamt 30 US-$ an festen Transaktionskosten unberücksichtigt. Bereits die Prozentkomponente allein beträgt ungerundet 287,10 US-$.
Für Ihre Kalkulation ist diese Trennung entscheidend: Ein prozentualer Satz wächst mit dem Umsatz, ein fester Transaktionsbetrag mit der Zahl der Zahlungsvorgänge. Wer nur den Prozentsatz in seine Kalkulation übernimmt, lässt im Beispiel einen ganzen Gebührenbestandteil weg.
Nach Abzug ausschließlich dieser modellierten Kartenbearbeitungsgebühren verbleiben von den 9.900 US-$ rechnerisch 9.582,90 US-$. Plattformabonnement, etwaige Plattformgebühren auf Verkäufe und weitere Geschäftskosten sind darin noch nicht abgezogen. Die Rechnung verwendet die Dollarbeträge und den angenommenen Satz aus FreshLearns Beispiel.
Drei Kostenarten getrennt kalkulieren
Für eine belastbare Kostenplanung sollten Sie drei Positionen auseinanderhalten:
- Plattformabonnement: die wiederkehrende Gebühr für den gewählten Tarif.
- Plattformgebühr auf Verkäufe: eine verkaufsbezogene Gebühr der Kursplattform.
- Zahlungsabwicklung: die Kosten für die Verarbeitung einer Zahlung; im FreshLearn-Beispiel bestehen sie aus einem Prozentsatz und einem festen Betrag je Transaktion.
Welche Positionen anfallen, gehört jeweils zum konkreten Tarif und Zahlungsmodell. FreshLearn führt Plattformgebühren und Kartenbearbeitung getrennt auf. Die 317,10 US-$ aus seiner Beispielrechnung betreffen deshalb einen einzelnen Kostenblock, nicht die gesamten Kosten des Kursverkaufs.
Für Ihre Entscheidung bedeutet das: Rechnen Sie jeden Kandidaten mit derselben Verkaufsannahme durch. Halten Sie Umsatz, Zahl der Zahlungsvorgänge und Betrachtungszeitraum konstant. Erst dann lässt sich erkennen, wie sich eine wiederkehrende Tarifgebühr und verkaufsabhängige Kosten auf Ihr Geschäftsmodell auswirken. Ein günstigeres Abonnement allein beantwortet diese Frage noch nicht.
Mobile Kurse: Zugang und eigene Marke sind zwei Entscheidungen
Bei mobilen Apps geht es um zwei unterschiedliche Anforderungen: Teilnehmer sollen Kurse auf dem Smartphone nutzen können; zugleich kann ein Kursunternehmen einen Auftritt unter eigener Marke wünschen. Entscheiden Sie zunächst, welche dieser Aufgaben für Ihr Angebot wichtig ist.
Thinkific unterscheidet auf seiner Vergleichsseite zwischen Thinkific Mobile und Branded Mobile. Thinkific beschreibt Thinkific Mobile als die eigene mobile Kurslösung und ordnet sie den Tarifen ab Start zu. Branded Mobile beschreibt das Unternehmen als App mit der Marke des Kursanbieters und einem eigenen Eintrag im App Store.
Für ein Kursunternehmen, das seine Marke auch beim mobilen Zugang sichtbar machen möchte, ist diese Unterscheidung relevant. Geht es Ihnen dagegen vor allem darum, wie Teilnehmer unterwegs eine Lektion aufrufen und abschließen, sollte genau dieser Ablauf im Mittelpunkt Ihrer Auswahl stehen. Ein eigener Markenauftritt und ein passender Lernablauf beantworten unterschiedliche Geschäftsfragen.
Auf derselben Seite beschreibt Thinkific die Teachable-App als iOS-App zum Ansehen und Abschließen von Kurslektionen. Diese Beschreibung stammt vom Wettbewerber Thinkific. Für Ihre Auswahl ist daher die konkrete Aufgabe hilfreicher als ein pauschales App-Urteil: Benötigen Sie mobilen Kurszugang, einen eigenen Markennamen im App Store oder beides?
Marketing Island veröffentlichte am 27. März 2025 einen englischsprachigen Vergleich zu Kurserstellung, Anpassungsmöglichkeiten und Plattformwahl. Der Kanal kennzeichnet seine Anbieterlinks als Affiliate-Links.
Für Schulungsunternehmen zählen auch Abschlussnachweise
Wenn Sie Kunden- oder Partnerschulungen verkaufen, gehört neben dem Kurszugang auch die spätere Nutzung der Lerndaten zur Entscheidung. In einer Diskussion über Kunden- und Partnerschulungen empfiehlt der Reddit-Nutzer u/yahyamdev, bei künftig geplanten Videos sowohl die Auslieferung der Inhalte als auch Speicherung und Export der Abschlussnachweise anzusprechen.
Übertragen Sie das auf Ihren Auswahlprozess: Lassen Sie sich den geplanten Videoablauf sowie einen Export der für Ihr Geschäft benötigten Abschlussdaten zeigen. Für einen Kursanbieter, der Schulungsabschlüsse gegenüber Auftraggebern nachweisen muss, betrifft die Plattformwahl damit auch die Weiterverwendung dieser Nachweise außerhalb des Kurssystems.