Eine Online-Kurs-Gliederung beginnt mit einer überprüfbaren Abschlussleistung: Was sollen Teilnehmende nach dem Kurs tatsächlich tun können? Daraus leitest du Vorkenntnisse, Module, Lektionen, Übungen und passende Lernkontrollen ab. Diese Anleitung hilft Kursanbietern, Coaches und Weiterbildungsunternehmen, daraus ein produktionsreifes Kurskonzept zu erstellen – bevor sie Videos aufnehmen oder eine Lernplattform einrichten.

Eine solche Gliederung ist mehr als ein Inhaltsverzeichnis. Sie verbindet das versprochene Lernergebnis mit dem Unterricht und den Aufgaben, die darauf vorbereiten. Diesem rückwärts geplanten Ansatz folgen auch die Empfehlungen von Teachable und Udemy.

Was du für die Planung brauchst

  • Ein Kursthema und fachliches Wissen: Du oder eine beteiligte Fachperson müsst beurteilen können, welche Schritte für die angestrebte Leistung erforderlich sind.
  • Eine vorläufige Zielgruppe und einen Anwendungsfall: Beispielsweise freiberufliche Dienstleister, die ihre Kundenaufnahme strukturieren möchten.
  • Ein bearbeitbares Dokument oder eine Tabelle: Eine bestimmte Software oder ein Plattformabonnement ist für diese Planung nicht nötig.

Das Ergebnis ist eine Gliederung, die Inhaltserstellung und Produktion anleiten kann, kein veröffentlichter Kurs. Als durchgehendes Beispiel dient ein hypothetischer Kurs zur Erstellung eines Kunden-Onboarding-Prozesses. Sein Aufbau und seine Bewertungskriterien sind Gestaltungsvorschläge, kein bestehendes Angebot oder beruflicher Standard.

1. Zielgruppe, Ausgangspunkt und Lernergebnis festlegen

Den Ausgangspunkt im Kurskopf festhalten

Lege am Anfang deines Dokuments einen Kurskopf an. Er hält fest, für wen du planst und welche Veränderung der Kurs ermöglichen soll.

  1. Benenne die Zielgruppe und ihre konkrete Aufgabe. „Freiberufliche Dienstleister, die einen wiederholbaren Ablauf für die Aufnahme neuer Kunden erstellen möchten“ ist planbarer als „alle Selbstständigen“.
  2. Beschreibe das derzeitige Hindernis. Im Beispiel werden Kundeninformationen, Zuständigkeiten und nächste Schritte noch nicht in einem zusammenhängenden Ablauf festgehalten.
  3. Trenne Einstiegsvoraussetzungen von Kursleistungen. Für den Beispielkurs werden grundlegende Kenntnisse eines Dienstleistungsablaufs und die Fähigkeit vorausgesetzt, ein Dokument zu bearbeiten. Den fiktiven Kundenauftrag, Vorlagen und ausgearbeitete Beispiele stellt dagegen der Kurs bereit; du musst sie für die Produktion einplanen.
  4. Notiere die Grenze des Angebots. Im Beispiel geht es um den Onboarding-Ablauf, nicht um die gesamte Organisation eines Dienstleistungsunternehmens.

Diese Trennung bestimmt, wie viel Grundlagenunterricht nötig ist. Nach den Lernprinzipien der Carnegie Mellon University können zutreffende, aktivierte Vorkenntnisse das Lernen unterstützen; unzureichendes oder falsches Vorwissen kann es erschweren. Vermerke fehlende Grundlagen daher für die spätere Modulplanung, statt sie stillschweigend vorauszusetzen.

Ein beobachtbares Kursversprechen formulieren

Schreibe einen Satz nach dem Muster: „Am Ende des Kurses können Teilnehmende …“, ergänzt um eine Handlung und ein sichtbares Ergebnis. Teachable empfiehlt dafür ein Tätigkeitsverb und ein Produkt beziehungsweise eine demonstrierbare Leistung.

Für den hypothetischen Kurs lautet das Ergebnis:

Anhand eines fiktiven Kundenauftrags erstellen Teilnehmende eine Standardarbeitsanweisung für das Kunden-Onboarding mit einer Checkliste für benötigte Kundenangaben, einer Auftaktagenda, einem Übergabeplan und einem Vorgehen bei fehlenden Informationen.

Eine Standardarbeitsanweisung, häufig als SOP bezeichnet, beschreibt hier einen wiederholbaren Arbeitsablauf. Das Ergebnis ist ein nutzbares Dokument – nicht lediglich das Wissen, was Onboarding bedeutet.

Prüfe deinen Satz: Steht dort nur „kennen“ oder „verstehen“, frage dich, welche Handlung dieses Verständnis sichtbar machen würde. Ist das Ziel ein ganzes Fachgebiet wie „professionelles Projektmanagement“, grenze es auf eine bewältigbare Leistung ein.

Speichere im Kurskopf außerdem eine vorläufige Angebotsform: eigenständiger Kurs, kompakter Minikurs oder Kurs mit Coaching. Nutze das Ergebnis als Entscheidungshilfe: Geht es um eine begrenzte Aufgabe oder soll zusätzlich individuelle Begleitung vorgesehen werden? Diese Angebotsentscheidung erfordert noch keine Plattformwahl.

Fertig ist dieser Schritt, wenn Zielgruppe, Ausgangslage, Voraussetzungen, Umfang und Abschlussleistung im gespeicherten Kurskopf stehen.

Online-Kurs planen: Vom Lernergebnis zu Modulen und Lernkontrollen

2. Abschlussaufgabe und Erfolgskriterien bestimmen

Festlegen, welche Leistung das Kursversprechen belegt

Bestimme den Leistungsnachweis, bevor du Unterrichtsformate auswählst. Die entscheidende Frage lautet: Welche Aufgabe zeigt, dass jemand das angekündigte Ergebnis erreicht hat? Die Carnegie Mellon University unterscheidet ausdrücklich zwischen Aufgaben, die Faktenwissen abrufen, und solchen, die Anwendung, Beurteilung oder eigenständiges Erstellen verlangen.

  1. Übernimm das Lernergebnis aus dem Kurskopf in einen Abschnitt „Abschlussaufgabe“.
  2. Beschreibe den Auftrag, die bereitgestellten Materialien und das abzugebende Ergebnis. Im Beispiel: Den fiktiven Kundenauftrag auswerten, die vier Bestandteile zu einer SOP zusammenführen und den Ablauf anhand eines Falls mit fehlenden Informationen überprüfen.
  3. Lege fest, woran akzeptable Arbeit erkennbar ist. Schreibe die Kriterien so, dass Lernende oder eine betreuende Person sie am Ergebnis prüfen können.

Vorgeschlagene Kriterien für das hypothetische Beispiel:

  • Benötigte Kundenangaben sind benannt; für fehlende Angaben gibt es eine Rückfrage oder eine angegebene Informationsquelle.
  • Die Auftaktagenda behandelt Umfang, Zuständigkeiten, offene Fragen und nächste Schritte.
  • Jede Übergabe nennt eine verantwortliche Person beziehungsweise Rolle, einen Empfänger und eine erkennbare Abschlussbedingung.
  • Die Bestandteile bilden eine widerspruchsfreie Reihenfolge.
  • Bei fehlenden Informationen ist beschrieben, wer was als Nächstes tut.

Diese Kriterien sind ein Entwurf für diesen Beispielkurs, keine extern vorgegebene Norm. Wenn deine Abschlussaufgabe zusätzliche Fähigkeiten verlangt, die der Kurs bisher nicht verspricht, ergänze die nötige Vermittlung in den folgenden Planungsschritten oder begrenze die Aufgabe.

Einen optionalen Einstiegscheck bewusst auswählen

Ein Einstiegscheck ist sinnvoll, wenn du damit eine konkrete Frage beantworten möchtest. Teachable kennzeichnet Vorher-Nachher-Erhebungen als optional. Notiere entweder deinen Plan oder ausdrücklich „Kein Einstiegscheck vorgesehen“.

Wähle bei Bedarf zwischen:

  • Arbeitsprobe: Teilnehmende skizzieren bereits vor Kursbeginn einen Onboarding-Ablauf. Das liefert ein Beispiel ihrer derzeitigen Leistung.
  • Wissenscheck: Fragen prüfen notwendige Begriffe oder Grundlagen.
  • Selbsteinschätzung: Eine Frage wie „Wie sicher fühlst du dich dabei, Zuständigkeiten für eine Übergabe festzulegen?“ erfasst wahrgenommene Sicherheit.
  • Kombination: Mehrere Arten sind möglich, ihre Ergebnisse bleiben jedoch getrennt.

Aus der Anforderung, dass eine Aufgabe die Zielkompetenz sichtbar machen muss, folgt: Eine Sicherheitsbewertung belegt nicht, dass jemand eine funktionierende SOP erstellen kann. Auch ein Faktenquiz allein reicht für dieses Erstellungsziel nicht aus.

Wenn du Vorher und Nachher vergleichen möchtest, notiere schon jetzt, welche vergleichbaren Aufgaben oder Fragen du verwendest. Eine Veränderung beschreibt zunächst einen Unterschied zwischen den Erhebungen; sie beweist für sich genommen nicht, dass der Kurs ihn verursacht hat.

Speichere als Ergebnis die Abschlussaufgabe, ihre Kriterien und deine Entscheidung zum optionalen Einstiegscheck.

3. Teilkompetenzen erfassen und Module sinnvoll ordnen

Erst Abhängigkeiten, dann den Zeitplan festlegen

Online-Kurs planen: Vom Lernergebnis zu Modulen und Lernkontrollen

Zerlege die Abschlussleistung in Fähigkeiten, die Lernende dafür benötigen. Plane nicht nur, welche Themen vorkommen, sondern auch, welche Fähigkeit die nächste voraussetzt. Die Carnegie Mellon University unterscheidet den Erwerb von Teilkompetenzen, deren Zusammenführung und die Entscheidung, wann sie anzuwenden sind.

  1. Liste die nötigen Teilkompetenzen auf. Im Beispiel gehören dazu: relevante Kundeninformationen erkennen, daraus eine Auftaktagenda ableiten, Übergaben festlegen und den Gesamtprozess auf Lücken prüfen.
  2. Ordne jede Fähigkeit einer Kategorie zu: Einstiegsvoraussetzung, verpflichtender Kursinhalt oder optionale Vertiefung. Dokumentbearbeitung bleibt im Beispiel Voraussetzung; der Umgang mit fehlenden Kundenangaben wird vermittelt.
  3. Notiere Abhängigkeiten. Wer eine Agenda aus Kundeninformationen ableiten soll, muss zuerst diese Informationen erfassen können. Wer einen Gesamtprozess prüfen soll, braucht vorher dessen Bestandteile.
  4. Bündele zusammengehörende Fähigkeiten zu Modulen. Jedes Modul erhält einen Meilenstein, der zur Abschlussleistung beiträgt.
  5. Plane das Zusammenführen ausdrücklich ein. Drei einzelne Dokumente ergeben noch nicht automatisch einen durchgängigen Prozess. Deshalb braucht der Beispielkurs ein Integrationsmodul mit einem Fall, an dem die Bestandteile gemeinsam überprüft werden.

Eine passende Reihenfolge für das Beispiel lautet: Informationen erfassen → Auftakt gestalten → Übergaben planen → SOP zusammenführen und überprüfen. Die vollständige Ausarbeitung mit Unterricht und Übungen folgt in Schritt 5.

Prüfe dabei auch das Vorwissen: Ist es zwar vorhanden, wird aber für die Aufgabe noch nicht genutzt, plane eine kurze Aktivierung ein – etwa die Zuordnung eines bekannten Dienstleistungsablaufs zu den Phasen der Kundenaufnahme. Fehlt eine Grundlage ganz, vermittle sie früher oder benenne sie eindeutig als Voraussetzung.

Den Umfang mit dem verfügbaren Zeitrahmen abgleichen

Du kannst von einem verfügbaren Zeitrahmen ausgehen oder zunächst den notwendigen Stoff bestimmen. Teachable beschreibt beide Möglichkeiten. In beiden Fällen muss die fachliche Reihenfolge stimmen: Eine Kalenderwoche ist keine Begründung dafür, dass ein Lernschritt vollständig ist.

Wenn der vorgesehene Rahmen zu eng ist, grenze das Kursversprechen ein oder überarbeite die Taktung. Streiche nicht ausgerechnet die notwendige Übung, nur damit alle Themen in einen Wochenplan passen. Ein Modul muss auch nicht zwingend einer Woche entsprechen.

Wie viele Module sind nötig? So viele, wie die nachvollziehbaren Meilensteine erfordern. Udemy empfiehlt grundsätzlich ein Lernziel je Abschnitt; OpenLearning lässt auch die Zuordnung mehrerer Lernergebnisse zu einem Modul zu. Entscheidend ist, dass du die Verbindung sichtbar festhältst.

Speichere eine geordnete Modulliste mit Meilenstein, benötigten Vorkenntnissen und vorhergehenden Modulen. Verschiebe Inhalte, die erst später benötigte Grundlagen enthalten, nach vorn. Entferne Module ohne Beitrag zum Kursziel aus dem Pflichtpfad oder kennzeichne sie als Vertiefung.

4. Messbare Lernziele und fokussierte Lektionen schreiben

Vom Modulziel zu einzelnen Lektionen

Ein Modul beschreibt einen Meilenstein; seine Lektionen vermitteln die dafür nötigen Einzelbeiträge. Formuliere zuerst das Modulziel nach dem Muster:

„Teilnehmende können + beobachtbare Handlung + Ergebnis oder Leistung.“

Das entspricht der Lernzielformel von Teachable. Passende Verben sind beispielsweise erstellen, vergleichen, umsetzen, zuordnen, prüfen oder überarbeiten.

  1. Schreibe für jedes Modul ein überprüfbares Ziel. Statt „Die Kundenaufnahme verstehen“: „Teilnehmende können aus einem Kundenauftrag die zum Projektstart benötigten Angaben und offenen Fragen ableiten.“
  2. Zerlege das Ziel in notwendige Lektionen. Dazu könnten das Auswerten eines kommentierten Auftrags und das Vergleichen vollständiger mit unvollständigen Kundenangaben gehören.
  3. Notiere für jede Lektion ihren konkreten Beitrag. Beispielsweise: „Relevante Angaben erkennen“ oder „Offene Angaben in Rückfragen übersetzen“.
  4. Vergib aussagekräftige Bezeichnungen und Kennungen. Eine Kennung wie M1-L2 verbindet Modul und Lektion. Der Titel „Fehlende Kundenangaben in Rückfragen übersetzen“ hilft beim Wiederfinden mehr als „Lektion 2“ allein.

Die Lektionszahl folgt dem Vermittlungsbedarf, nicht einer festen Quote. Udemy empfiehlt fokussierte Lektionen und genügend Unterricht, um das jeweilige Abschnittsziel zu erreichen. Enthält eine Lektion mehrere unabhängige Aufgaben, teile sie bei Bedarf auf. Fehlt zu einem Lernziel jeglicher Unterricht, ergänze ihn oder ändere das Ziel.

Online-Kurs planen: Vom Lernergebnis zu Modulen und Lernkontrollen

Einstieg und Abschluss mitplanen

Ergänze vor den Fachmodulen eine Orientierung. Sie soll erklären:

  • welches Ergebnis Teilnehmende erarbeiten und was nicht zum Kurs gehört;
  • welche Voraussetzungen und Materialien sie benötigen;
  • in welcher Reihenfolge sie vorgehen und wie sie Unterricht, Übungen und Rückmeldungen nutzen;
  • welche Grundlagen sie zu Beginn aktivieren müssen.

Stelle dich kurz mit deiner fachlichen Rolle vor und verbinde den Einstieg mit der Aufgabe der Teilnehmenden. Plane gegebenenfalls früh eine kleine Aktivität: Im Beispiel könnten sie in einem fiktiven Auftrag eine offene Kundenfrage markieren. Udemy empfiehlt eine frühe Aktivierung statt eines ausschließlich erklärenden Kursbeginns.

Ergänze außerdem einen Abschluss, der die wichtigsten fachlichen Zusammenhänge bündelt und zur Anwendung im eigenen Arbeitskontext anregt. Eine werbliche Bonuslektion ist optional und von der späteren Plattform abhängig; sie ist kein notwendiger Bestandteil der Lernsequenz.

Speichere als Ergebnis für jedes Modul ein beobachtbares Ziel und darunter die Lektionen mit Kennung, Titel und eindeutigem Beitrag. Orientierung und Abschluss müssen ebenfalls im Plan stehen.

5. Lernformate, Übungen und Materialien auswählen

Das Format nach seiner Aufgabe auswählen

Nicht jede Lektion braucht ein Video. Entscheidend ist, welches Medium die Erklärung, Demonstration oder spätere Nutzung unterstützt. Teachable beschreibt sowohl einzelne Formate als auch Kombinationen.

Gehe deine Lektionen der Reihe nach durch und trage ein Hauptformat ein:

  • Text und Bilder: geeignet für nachlesbare Erklärungen, kommentierte Beispiele und übersichtliche Referenzen. Im Beispiel kann ein markierter Kundenauftrag zeigen, welche Angaben relevant sind. Auch mehrstufige Abläufe lassen sich so erklären, wenn die Darstellung ausreichend klar ist.
  • PDFs und andere Downloads: Checklisten, Arbeitsblätter, Tabellen und Vorlagen dienen als Arbeitsmittel. Eine leere Vorlage erklärt jedoch nicht automatisch, wie man schwierige Entscheidungen trifft. Ergänze bei Bedarf ein ausgefülltes Beispiel oder eine Erläuterung.
  • Folien: geeignet, um Zusammenhänge visuell zu ordnen und eine Erklärung schrittweise aufzubauen – etwa die Rollen in einer Übergabe.
  • Bildschirmaufnahmen: zeigen eine Tätigkeit am Bildschirm. Eine kommentierte Bearbeitung der Agenda kann nachvollziehbar machen, wie aus Informationen konkrete Tagesordnungspunkte werden. Auch eine erläuterte Folienpräsentation ist möglich.
  • Kameravideos: können eine persönliche Erklärung oder körperliche Tätigkeit zeigen. Eine vorhandene Webinar- oder Veranstaltungsaufnahme kommt infrage, wenn sie tatsächlich zum Lernziel und zur geplanten Lektion passt.

Kombiniere Formate mit unterschiedlichen Funktionen: Ein kommentierter Ablauf zeigt das Vorgehen; eine bearbeitbare Checkliste unterstützt die eigene Umsetzung. Produziere nicht dieselbe Erklärung in mehreren Medien, nur um jedes Format abzudecken.

Berücksichtige dabei Zugangsbarrieren deiner Zielgruppe und die konkrete Aufgabe, nicht feste Kategorien wie „visueller“, „auditiver“ oder „kinästhetischer Lerntyp“. Die Education Endowment Foundation bewertet die Evidenz für Lernstil-Matching als äußerst gering und warnt vor einschränkenden Etiketten. Diese Synthese betrifft den Schulbereich; sie liefert keine Effektgröße für kommerzielle Erwachsenenbildung.

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Zu jeder Kompetenz eine Handlung und ein Ergebnis planen

Ergänze nun zu jeder Lektion beziehungsweise jedem zusammengehörenden Lernabschnitt:

  1. Eine Übungsaufgabe: Was tun die Teilnehmenden selbst? Im Beispiel überführen sie die Angaben des Kundenauftrags in eine Checkliste, statt nur deren Erstellung anzusehen.
  2. Ein sichtbares Arbeitsergebnis: etwa die ausgefüllte Checkliste, eine Agenda oder der Übergabeplan. Dieses Ergebnis wird später geprüft oder weiterverwendet.
  3. Die notwendigen Materialien: Benenne Dateien, Beispiele und Werkzeuge. Trenne mitgebrachte Voraussetzungen von Materialien, die du noch erstellen musst.
  4. Optionale Vertiefungen: Kennzeichne weiterführende Artikel, zusätzliche Beispiele oder Referenzen ausdrücklich als freiwillig. Ein Material, ohne das die Pflichtaufgabe nicht lösbar ist, gehört nicht in diese Kategorie.

Eine Demonstration ist noch keine Übung der Lernenden. Verspricht das Lernziel eine praktische Fähigkeit, muss im Plan auch deren Ausführung vorkommen. Das folgt aus den Grundsätzen zu zielgerichteter Übung der Carnegie Mellon University.

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Praxisbeispiel: Ein hypothetischer Kurs zum Kunden-Onboarding

Online-Kurs planen: Vom Lernergebnis zu Modulen und Lernkontrollen

Der Beispielkurs richtet sich an freiberufliche Dienstleister mit grundlegender Erfahrung in Dienstleistungsabläufen und Dokumentbearbeitung. Er stellt einen fiktiven Kundenauftrag und fiktive Projektdaten bereit. Alle Materialien müssen als Kursbestandteile produziert werden. Die Kriterien in der Tabelle sind vorgeschlagen, nicht als Branchenstandard festgelegt.

ModulBeobachtbares LernzielLektionen und FormatÜbungsergebnisErfolgskriterien
Benötigte Kundenangaben bestimmenAus dem Auftrag die Informationen für den Projektstart ableitenKommentierten Auftrag lesen; vollständige und unvollständige Angaben vergleichenCheckliste für KundenangabenJede benötigte Angabe hat eine Quelle oder eine Rückfrage
Auftakt gestaltenKundeninformationen in eine handlungsorientierte Auftaktagenda überführenKommentierte Agenda ansehen; bearbeitbare Vorlage nutzenAuftaktagendaUmfang, Zuständigkeiten, offene Fragen und nächste Schritte sind enthalten
Übergaben planenFestlegen, wer Ergebnisse liefert, prüft und erhältVisuellen Ablauf untersuchen; Übergabe-Arbeitsblatt bearbeitenÜbergabeplanJede Übergabe hat Verantwortung, Empfänger und Abschlussbedingung
SOP zusammenführen und überprüfenBestandteile zu einem Ablauf verbinden und bei fehlenden Informationen überarbeitenMuster-SOP analysieren; einen Fall mit fehlenden Angaben durchspielen und Änderungen erläuternVollständige SOP mit ÜberarbeitungsnotizBestandteile sind konsistent; der Umgang mit fehlenden Angaben ist ausführbar

Die Ergebnisse bauen aufeinander auf: Die Agenda nutzt die zuvor erfassten Informationen, der Gesamtprozess nutzt Agenda und Übergabeplan. Das letzte Modul muss deshalb nicht noch eine neue, ungeübte Grundfertigkeit einführen. Es prüft, ob die Teile zusammen funktionieren. Ein Quiz zur Bedeutung der Abkürzung SOP könnte diese Leistung nicht belegen. Die Gestaltung wendet die Prinzipien zu Teilkompetenzen und Integration sowie zur Abstimmung von Lernziel und Leistungsnachweis an.

Ergänzende Videoressource von Podia

Englischsprachiges Podia-Video: vom klar begrenzten Kursergebnis über Meilensteine und Lektionen zur passenden Medienwahl.

Podia empfiehlt in seinem englischsprachigen Video, den Kurs nicht mit dem gesamten eigenen Fachwissen zu überladen: Zuerst den Lernenden und ein bewältigbares Ergebnis bestimmen, daraus Meilensteine und Lektionen ableiten und anschließend die Medien nach ihrem Beitrag zu diesem Ergebnis auswählen. Das Video ergänzt deine Format- und Umfangsentscheidung; seine Vorlage ist keine Voraussetzung für diese Anleitung.

Speichere zum Abschluss für jede Lektionszeile Format, Lernhandlung, Arbeitsergebnis und Materialien. Prüfe besonders, ob eine bloße Datei eine zusätzliche Erklärung braucht und ob alle notwendigen Beispiele in deiner Produktionsplanung auftauchen.

6. Lernkontrollen, Rückmeldungen und Reflexion abstimmen

Die Lernkontrolle muss dieselbe Fähigkeit verlangen wie das Lernziel

Ergänze zu jedem Lernziel eine passende Überprüfung. Nutze die Abschlussaufgabe und Kriterien aus Schritt 2 als Bezugspunkt; die einzelnen Kontrollen bereiten auf diese Leistung vor.

Die Carnegie Mellon University zeigt unterschiedliche Anforderungen und passende Aufgabenformen:

  • Erkennen oder Erinnern: Begriffe zuordnen, Bestandteile benennen oder geeignete Auswahlfragen beantworten.
  • Erklären oder Vergleichen: einen Zusammenhang erläutern oder zwei Vorgehensweisen anhand vorgegebener Merkmale vergleichen.
  • Anwenden: einen Ablauf ausführen oder in einer Simulation umsetzen.
  • Analysieren: relevante von irrelevanten Informationen unterscheiden oder das Zusammenwirken von Bestandteilen untersuchen.
  • Beurteilen: ein Ergebnis gegen ausdrücklich benannte Kriterien prüfen und das Urteil begründen.
  • Erstellen: ein neues Produkt oder eine Leistung erarbeiten – im Beispiel die SOP.

Trage für jede Kontrolle den Auftrag, das erwartete Ergebnis und die Prüfkriterien ein. Soll jemand zwei Übergabevarianten beurteilen, reicht Unterricht, der beide nur beschreibt, nicht aus: Plane auch einen begründeten Vergleich als Übung. Umgekehrt darf die Kontrolle nicht plötzlich Fähigkeiten verlangen, die weder vorausgesetzt noch vermittelt wurden.

Rückmeldung mit einer Überarbeitungsmöglichkeit verbinden

Lege anschließend fest, wer oder was die Rückmeldung ermöglicht: eine betreuende Person oder eine angeleitete Selbstprüfung mit Kriterien und einem ausgearbeiteten Beispiel. Formale Noten sind für diese Planungsmethode nicht nötig; Teachable sieht auch einfache, unbenotete Lernkontrollen vor.

  1. Benenne das Kriterium, auf das sich die Rückmeldung bezieht. Beispiel: „Jede Übergabe benötigt eine Abschlussbedingung.“
  2. Beschreibe die erkennbare Lücke und den nächsten Schritt. Statt „Noch unklar“: „Beim Übergang zum Projektstart fehlt die Freigabebedingung. Ergänze, woran die verantwortliche Rolle erkennt, dass alle benötigten Angaben vorliegen.“
  3. Plane einen Zeitpunkt für die Überarbeitung. Im Beispiel erfolgt die Prüfung des Übergabeplans, bevor er in die vollständige SOP übernommen wird.

Die Lernprinzipien der Carnegie Mellon University verbinden zielgerichtete Übung mit Rückmeldungen, die Leistung anhand konkreter Kriterien einordnen und rechtzeitig zur Verbesserung nutzbar sind.

Reflexion und optionale Vorher-Nachher-Checks einordnen

Nutze Reflexionsfragen dort, wo sie Entscheidungen sichtbar machen: „Welche fehlende Information hat deinen Ablauf verändert?“, „Welche Stelle hast du überarbeitet und warum?“ oder „Was würdest du bei deinem nächsten Kundenauftrag zuerst prüfen?“

Für diesen Erstellungskurs sollte Reflexion die SOP ergänzen, nicht ersetzen: Eine Beschreibung des eigenen Lernens ist nicht das angekündigte Arbeitsprodukt.

Falls du dich in Schritt 2 für Vorher-Nachher-Checks entschieden hast, halte nun die vergleichbaren Aufgaben oder Fragen und ihren Einsatzzeitpunkt fest. Bei Arbeitsproben verwendest du dieselben Kriterien; bei Selbsteinschätzungen dieselbe Fragestellung und Antwortskala. Werte Wissen, wahrgenommene Sicherheit und praktische Leistung getrennt aus.

Speichere als Ergebnis zu jedem Lernziel eine passende Kontrolle, eine Rückmeldungs- oder Selbstprüfmethode und eine Gelegenheit zur Verbesserung. Reflexion und optionale Vergleichserhebungen müssen jeweils einen erkennbaren Zweck haben.

7. Passung, Lernaufwand und Produktionsreife prüfen

Die gesamte Gliederung zeilenweise durchgehen

Prüfe nun nicht nur die Reihenfolge der Überschriften, sondern die Verbindung zwischen Lernziel → Lernkontrolle → Übung → Erklärung und Materialien. Dieser Abgleich setzt die Fragen der Carnegie Mellon University zur Abstimmung von Zielen, Leistungsnachweisen und Unterricht in eine praktische Prüfung um.

  1. Verfolge jedes Kursversprechen bis zum Leistungsnachweis. Wo wird sichtbar, ob Teilnehmende es erfüllen? Ergänze eine passende Aufgabe, wenn die Verbindung fehlt.
  2. Verfolge jede bewertete Fähigkeit zurück zur Übung. Wurde genau diese Handlung zuvor vermittelt und erprobt? Falls nicht, ergänze die Vorbereitung oder passe die Kontrolle an.
  3. Prüfe Voraussetzungen und Reihenfolge. Jede benötigte Fähigkeit muss früher vermittelt oder im Kurskopf als Voraussetzung offengelegt sein.
  4. Prüfe Materialabhängigkeiten. Jedes erforderliche Beispiel, jede Vorlage und jede Datei muss entweder eine ausdrücklich genannte Einstiegsvoraussetzung oder ein geplanter Produktionsbestandteil sein.
  5. Prüfe überflüssige Inhalte. Material ohne Beitrag zum versprochenen Ergebnis wird gestrichen oder als freiwillige Vertiefung gekennzeichnet.

Im Beispiel wäre es eine Lücke, wenn die Abschlussaufgabe einen Ausnahmefall verlangt, der Unterricht aber ausschließlich vollständige Kundenaufträge zeigt. Ergänze dann einen entsprechenden Übungsfall. Die Lücke verschwindet nicht dadurch, dass die Abschlussaufgabe gut formuliert ist.

Den tatsächlichen Lernaufwand schätzen

Schätze pro Lektion oder Aktivität, wie lange Lernende voraussichtlich brauchen – getrennt vom Aufwand deiner Produktion. Das Lehrzentrum der Vermont State University berücksichtigt bei Lernaufwand unter anderem Lesen, Schreiben, Medien, Diskussionen, Aufgaben, Leistungsnachweise und gemeinsame Termine. Dessen akademische Vorgaben zu Leistungspunkten sind keine Dauerregel für einen nichtakademischen Verkaufskurs.

Ergänze die jeweils zutreffenden Zeitanteile:

  • Inhalte lesen, ansehen oder anhören;
  • Übungen und Arbeitsaufträge bearbeiten;
  • Lernkontrollen durchführen;
  • Rückmeldungen prüfen und Ergebnisse überarbeiten;
  • an Diskussionen oder gemeinsamen Terminen teilnehmen.

Reines Rechenbeispiel, keine gemessene Bearbeitungszeit: Für ein Modul setzt du 10 Minuten Erklärung, 15 Minuten Lektüre, 20 Minuten Bearbeitung und 10 Minuten Selbstprüfung mit Überarbeitung an. Das ergibt 55 Minuten Lernaufwand, nicht 10 Minuten Videolaufzeit. Kennzeichne solche Werte im Plan als Schätzungen.

Vergleiche anschließend den Gesamtaufwand mit deiner Taktung aus Schritt 3. Wenn eine Woche zu viele Aufgaben enthält, passe die Verteilung oder den Umfang an. Halte die Produktionszeit separat fest: Ein kurzes Lernvideo kann aufwendig herzustellen sein; seine Herstellungsdauer sagt nichts über die Bearbeitungszeit der Lernenden aus.

Wiederverwendbare Planungsvorlage vervollständigen

Nutze den folgenden Feldsatz für dein Dokument oder deine Tabelle. Lege einen Kurskopf an, wiederhole die Lektionsfelder für jede Lektion und führe daneben eine Produktionsliste.

Kurskopf

  • Arbeitstitel, Zielgruppe und Anwendungsfall: Welche konkrete Arbeitssituation bearbeitet der Kurs?
  • Vorkenntnisse und Werkzeuge: Was müssen Teilnehmende vor Beginn mitbringen oder nutzen können?
  • Abschlussleistung und Umfangsgrenze: Was können sie danach erstellen oder ausführen, und was gehört nicht dazu?
  • Abschlussaufgabe und Kriterien: Welcher Auftrag zeigt das Ergebnis, und woran wird es geprüft?
  • Angebotsform und Taktung: Eigenständiger Kurs, kompakter Kurs oder begleiteter Kurs; vorgesehene Verteilung des Lernaufwands.

Felder je Lektion

  • Modul, Lektionskennung und Titel: eindeutige Zuordnung innerhalb der Gliederung.
  • Voraussetzung oder vorherige Lektion: worauf die Aufgabe aufbaut.
  • Beobachtbares Lernziel: Handlung und überprüfbares Ergebnis.
  • Erklärung und Format: wie die nötige Fähigkeit vermittelt wird.
  • Materialien und Beispiele: benötigte Dateien, Werkzeuge und ausgearbeitete Muster.
  • Übungsauftrag und Arbeitsergebnis: was Lernende selbst tun und anschließend vorliegen haben.
  • Lernkontrolle und Kriterien: wie die Zielerreichung sichtbar wird.
  • Rückmeldung und Überarbeitung: wie Lernende Lücken erkennen und verbessern können.
  • Reflexion, falls hilfreich: welche Entscheidung oder nächste Handlung betrachtet wird.
  • Lernaufwand: getrennte Schätzungen für die Aufnahme von Inhalten und für Bearbeitung, Kontrolle und Überarbeitung.
  • Pflicht oder optional: klare Kennzeichnung der Lektion und ergänzender Materialien.
  • Produktionsbestandteile und Status: was erstellt werden muss und ob es etwa geplant, in Bearbeitung oder fertig ist.

Produktionsliste

Erfasse jedes benötigte Material mit zugehöriger Lektion, verantwortlicher Person, Status und getrenntem Herstellungsaufwand. Für das Beispiel gehören der fiktive Kundenauftrag, unvollständige Angaben, Agenda-Vorlage, Übergabe-Arbeitsblatt, Muster-SOP und Ausnahmefall hinein. Noch nicht erstellte Materialien dürfen hier als geplante Arbeit stehen, aber nicht unbemerkt fehlen.

Speichere die überarbeitete Gliederung samt Produktionsliste. Die Planung ist produktionsreif, wenn jede versprochene Leistung überprüft wird, jede geprüfte Fähigkeit Unterricht und Übung hat, alle Voraussetzungen geklärt sind und sämtliche Pflichtmaterialien einen Platz in der Produktionsliste haben. Optionale Checks und Vertiefungen bleiben eindeutig markiert. Die Inhalte selbst werden anschließend produziert; Upload und Veröffentlichung sind nachfolgende Aufgaben.

Kurskonzept und Lehrplan für Teilnehmende unterscheiden

Deine Gliederung dient zunächst der Entwicklung: Sie erklärt, warum eine Lektion gebraucht wird, welches Arbeitsergebnis sie vorbereitet und was dafür produziert werden muss. Ein Lehrplan für Teilnehmende beantwortet dagegen, wie der Kurs für sie abläuft. Teachable unterscheidet entsprechend zwischen internem Kursentwurf und einem teilnehmerorientierten „Syllabus“; die Begriffe werden nicht überall gleich verwendet.

Aus der fertigen Gliederung kannst du einen solchen Lehrplan ableiten: mit Kursbeschreibung, Lernzielen, Modulen und Aufgaben, Voraussetzungen, Bewertungskriterien sowie Erwartungen an die Teilnahme. Ergänze Termine und Abgabefristen, sofern dein Angebot welche vorsieht. Interne Produktionszustände gehören nicht hinein.

Der fertige Plan ermöglicht damit zwei unterschiedliche nächste Arbeiten: Dein Team kann die vorgesehenen Materialien produzieren, und du kannst Teilnehmenden nachvollziehbar erklären, was sie erarbeiten werden und was dafür erforderlich ist.