Sie können einen Thinkific-Kurs im Vorverkauf anbieten, bevor seine Lektionen fertig sind: Der Status Pre-order erlaubt Käufe, sperrt aber die Inhalte und den Course Player – die Lernumgebung des Kurses. Eingeschriebene Käufer sehen Coming soon, bis Sie den Kurs veröffentlichen. Diese Anleitung führt Kursanbieter und Bildungsunternehmen von der Angebotsplanung über die Einrichtung bis zur Freigabe oder Erstattung. Die Zugriffsregeln beschreibt Thinkific in seiner Pre-order-Dokumentation.
Entscheidend ist die Reihenfolge: erst Leistungsumfang und Liefertermin festlegen, dann Kurs, Zahlungsanbindung, Preis und Verkaufsseite vorbereiten und speichern. Pre-order aktivieren Sie zuletzt, denn dadurch wird das Angebot auf Ihrer Thinkific-Website sichtbar. Eine festgelegte Zugangsdauer läuft bereits ab dem Kauf – nicht erst ab der Freigabe der Lektionen.
Was Sie vor dem Start benötigen
- Zugriff als Site Owner: Nur der Website-Inhaber kann Thinkific Payments einrichten oder ändern.
- Eine geeignete Thinkific-Website: Thinkific führt Pre-order für alle Tarife auf; erforderlich ist eine Website-Theme-Version von mindestens 1.13.0. Daraus folgt keine Aussage über einen kostenlosen Verkaufstarif.
- Eine unterstützte Zahlungsanbindung: Die ausführliche Einrichtung hier verwendet Thinkific Payments, einen Einmalpreis und AI Landing Pages. Thinkific Payments unterstützt Unternehmen in Deutschland.
- Ein belastbares Angebot: Zielgruppe, Lernergebnis, geplanter Umfang, Format, verbindlicher Starttermin, Zugangsdauer, Betreuung und Stornierungs- beziehungsweise Erstattungsbedingungen müssen feststehen.
- Geklärte Verkäuferpflichten: Stellen Sie mit geeigneter lokaler Beratung die erforderlichen Kundeninformationen, Bedingungen, Einwilligungen und Widerrufs- beziehungsweise Stornierungsabläufe sicher, bevor Sie Zahlungen annehmen. Die Bedienung der Software ersetzt diese Vorbereitung nicht.
- Einen Desktop-Browser: Die Bearbeitung der AI Landing Pages auf Mobilgeräten wird nicht unterstützt.
Die Voraussetzungen ergeben sich aus den offiziellen Dokumentationen zu Pre-order, Thinkific Payments und dem AI-Seiteneditor. Die englischen Beschriftungen bleiben im Folgenden erhalten, damit Sie die jeweiligen Bedienelemente erkennen.
1. Angebot, Umfang und Lieferzusage festlegen
Ein Vorverkauf testet, ob Menschen für ein bestimmtes Angebot bezahlen – nicht nur, ob sie ein Thema interessant finden. Einnahmen können die Produktion mitfinanzieren; gleichzeitig übernehmen Sie eine konkrete Lieferverpflichtung. Thinkific empfiehlt deshalb einen festen Starttermin, ein selbst definiertes Mindestziel und regelmäßige Informationen an Käufer. Ein Vorverkauf garantiert weder Nachfrage noch Gewinn. Siehe den Thinkific-Leitfaden zum Vorverkauf.
Zielgruppe befragen und ein begrenztes Lernergebnis wählen
- Sprechen Sie mit Personen, die tatsächlich zur vorgesehenen Zielgruppe gehören. Fragen Sie nach ihrem Problem, bisherigen Lösungsversuchen und dem Ergebnis, das sie erreichen möchten.
- Fragen Sie auch, welche früheren Kurserfahrungen hilfreich oder enttäuschend waren und warum. So erkennen Sie, ob etwa konkrete Übungen, verständliche Erklärungen oder persönliche Rückmeldungen fehlen. Diese Interviewrichtung empfiehlt auch SendPulse.
- Formulieren Sie ein erreichbares Lernergebnis und die dafür nötige Unterrichtsfolge. Entscheidend ist ein nützlicher, begrenzter Umfang – nicht eine möglichst große Anzahl an Modulen.
- Wählen Sie Format und Betreuung passend zu Ihrem Zeitbudget: zum Beispiel aufgezeichnete Lektionen mit einem klar definierten Rückmeldekanal statt unbegrenzter Einzelbetreuung.
Fiktives Planungsbeispiel: Ein Einführungskurs zur Berichterstellung könnte versprechen, dass Teilnehmer anhand eines Beispieldatensatzes einen wiederverwendbaren Bericht erstellen. Die Gliederung umfasst Datenvorbereitung, Berichtserstellung und Prüfung. Eine Rückmeldung zum fertigen Bericht ist eine konkrete Zusatzleistung; „persönliche Unterstützung jederzeit“ wäre dagegen eine wesentlich weitergehende Zusage.
Liefertermin, Bedingungen und Entscheidungsschwelle schriftlich festhalten
Erstellen Sie vor der Einrichtung ein Angebotsblatt mit folgenden Angaben:
- Für wen und wofür: Zielgruppe, Ausgangsproblem und angestrebtes Ergebnis.
- Leistungsumfang: geplante Themen, Unterrichtsformat und ausdrücklich enthaltene Betreuung.
- Lieferung: verbindlicher Starttermin und gegebenenfalls der angekündigte Ablauf späterer Inhalte.
- Zugang: wie lange Teilnehmer die Inhalte nutzen dürfen.
- Preis und Vorverkaufsvorteile: nur Vorteile, die Sie tatsächlich liefern können, etwa eine zusätzliche Fragerunde oder ein Arbeitsblatt.
- Stornierung und Erstattung: die anwendbaren Bedingungen und der Kontaktweg für Käufer.
- Entscheidungsschwelle: welche Zahl bezahlter Bestellungen oder welchen Umsatz Sie vor einer breiteren Produktion erreichen möchten – und bis wann Sie darüber entscheiden.
Wählen Sie den Termin anhand Ihrer tatsächlichen Produktions- und Betreuungskapazität. Es gibt keine universell passende Vorbereitungsdauer, Interviewzahl oder Mindestgröße einer Kursgruppe. Bestimmen Sie außerdem eine kleine, passende Gruppe bereits interessierter Kontakte für den ersten Verkaufstest.
Wenn nur wenige Personen kaufen, können Sie den Kurs für diese kleine Gruppe liefern oder die Absage erklären und erstatten. Eine kostenlose Registrierung misst Interesse, nicht Zahlungsbereitschaft. Auch bezahlte Bestellungen belegen zunächst nur Nachfrage nach diesem Angebot zu diesem Preis über den gewählten Vermarktungsweg.
Widerruf und finanzielle Reserve vorab einplanen
Für Deutschland unterscheidet der hier relevante § 356 BGB zwischen der vollständigen Erbringung einer entgeltlichen Dienstleistung in Absatz 5 und dem Beginn der Vertragserfüllung bei entgeltlichen, nicht auf einem körperlichen Datenträger bereitgestellten digitalen Inhalten in Absatz 6. Für die dort geregelten Fälle gelten jeweils besondere Zustimmungs-, Kenntnisnahme- und gegebenenfalls Bestätigungsvoraussetzungen.
Praktische Folgerung: Eine Zahlung für einen Thinkific-Kurs, dessen Lektionen vollständig gesperrt bleiben, belegt für sich genommen nicht den Beginn der digitalen Bereitstellung. Das ist keine rechtliche Einordnung jedes Kursformats: Live-Unterricht, Aufzeichnungen und Mischangebote müssen passend zu ihrer konkreten Leistung beurteilt werden. Behandeln Sie Pre-order deshalb nicht als automatischen Verzicht auf ein Widerrufsrecht.
Planen Sie außerdem Geld für mögliche Rückzahlungen ein. Thinkific Payments gibt die ursprünglichen Transaktionsgebühren bei einer Erstattung nicht zurück; der Zugangsentzug ist eine eigene Auswahl. Das beeinflusst schon jetzt, wie viel der Vorverkaufseinnahmen Sie für die Produktion ausgeben können. Die Erstattungsregeln werden in Schritt 9 praktisch umgesetzt.
Ergebnis dieses Schritts: Sie haben ein schriftliches Angebot mit Umfang, Termin, Zugang, Betreuung, Bedingungen und eigener Entscheidungsschwelle.
2. Den Kurs als Entwurf anlegen
Für diesen Ablauf verwenden Sie eine AI Landing Page. Wählen Sie das Seitensystem vor der Kurserstellung, weil die Voreinstellung nur für neu angelegte Produkte gilt.
Seitensystem auswählen und Kurs benennen
- Öffnen Sie im Admin-Bereich Settings → Site → Course landing page.
- Wählen Sie Landing page und klicken Sie auf Save. Damit verwenden neue Kurse den vereinfachten Editor mit KI-gestütztem Seiteninhalt.
- Öffnen Sie Products → Courses → + New course.
- Geben Sie dem Kurs einen verständlichen Namen, der Thema oder Ergebnis benennt. Für das fiktive Beispiel aus Schritt 1 wäre „Berichte aus Beispieldaten erstellen“ präziser als „Reporting Masterclass“.
Anschließend steht der Kurs im Course Builder bereit. Fertige Lektionen sind für den Vorverkauf nicht erforderlich. Die Seitensystem-Dokumentation und die Anleitung zur Kurserstellung beschreiben diese Einrichtung.
Falls Sie bereits einen Kurs haben: Das Umschalten der Voreinstellung verändert seine vorhandene Seite nicht. Für den Wechsel eines bestehenden AI-Seiten-Kurses zu klassischen Website Pages beschreibt Thinkific das Duplizieren des Kurses und den Neuaufbau der Seite. Klassische Seiten verwenden Site Builder und eignen sich unter anderem für Apps und weitergehende Anpassungen per HTML/CSS; sie sind ein anderes Seitensystem als der hier verwendete Editor.
Optional: Kapitel als Gerüst speichern
Ein Kapitel ist ein Behälter für eine oder mehrere Lektionen. Sie können damit Ihre geplante Unterrichtsfolge bereits strukturieren:
- Wechseln Sie im Kurs zu Curriculum.
- Klicken Sie auf Add Chapter.
- Tragen Sie unter Chapter title den Kapitelnamen ein, etwa „Daten vorbereiten“.
- Klicken Sie auf Save und wiederholen Sie den Vorgang für weitere Kapitel.
Wenn erste Inhalte vorliegen, öffnen Sie das passende Kapitel, wählen Add Lesson, dann den Lektionstyp. Tragen Sie Lesson Title und den Inhalt ein und klicken Sie auf Save. Wählen Sie den Typ nach dem vorhandenen Lehrmaterial, nicht danach, wie viele Formate Sie anbieten könnten.
Die Kapitel bilden zunächst Ihr internes Gerüst. Wie Sie die geplante Gliederung auch ohne veröffentlichte Lektionen auf der Verkaufsseite sichtbar machen, folgt in Schritt 6.
Prüfung: Der benannte Kurs lässt sich im Course Builder öffnen; optional angelegte Kapitel sind nach dem Speichern vorhanden. Lassen Sie den Kurs weiterhin im Entwurfszustand.
3. Kursbild und Kurzbeschreibung speichern
Die Kurskarte ist die kompakte Darstellung Ihres Angebots auf unterstützten Website-Seiten und in weiteren Bereichen wie dem Checkout. Ein passendes Bild und eine kurze, konkrete Beschreibung helfen, den Kurs wiederzuerkennen.
Bild hochladen und Beschreibung sichern
- Öffnen Sie Products → Courses → Ihren Kurs → Settings → Image & description.
- Klicken Sie neben Course image auf Upload.
- Ziehen Sie eine Bilddatei in den Upload-Bereich oder wählen Sie sie über die Dateiauswahl aus. Thinkific empfiehlt JPG, PNG oder GIF mit 760 × 420 Pixeln; die maximale Dateigröße beträgt 4 MB.
- Klicken Sie auf Upload und anschließend auf Save settings.
- Tragen Sie unter Course description eine Kurzbeschreibung mit höchstens 250 Zeichen ein.
- Klicken Sie erneut auf Save settings.
Verwenden Sie beispielsweise eine eigene Markengrafik oder ein geeignet lizenziertes Motiv. Die Beschreibung sollte zuerst das konkrete Ergebnis nennen. Für das fiktive Berichtsangebot wäre eine mögliche Formulierung: „Erstellen Sie einen wiederverwendbaren Bericht aus Beispieldaten. Geplant sind Datenvorbereitung, Aufbau und Prüfung. Kurs im Vorverkauf.“
Die Bildvorgaben und Speicherschritte stehen in Thinkifics Anleitung zu Produktbild und Beschreibung.
Kurskarte und spätere Statusanzeige prüfen
Kontrollieren Sie die gespeicherte Darstellung in den Kartenbereichen Ihrer Website. 250 Zeichen im Eingabefeld bedeuten nicht, dass jedes Theme alle 250 Zeichen anzeigt. Theme und Schriftgröße beeinflussen den sichtbaren Text. Stellen Sie deshalb die wichtigste Aussage an den Anfang und kürzen Sie bei Bedarf.
Behalten Sie für diesen Ablauf die Standardkennzeichnungen bei: Nach der späteren Aktivierung erscheint auf entsprechenden Produktkarten ein Pre-order-Hinweis; im Student Dashboard sehen Käufer Coming soon. Das folgende ältere Kartenbeispiel veranschaulicht diesen späteren Käuferzustand, nicht die gerade verwendeten Einstellungen.
Älteres Thinkific-Beispiel einer Käufer-Kurskarte: „Coming Soon“ kennzeichnet den Wartezustand bei 0 % Fortschritt. Die Ansicht zeigt keine Bearbeitungswerkzeuge.
4. Thinkific Payments anbinden und Gebühren einplanen
Eine Zahlungsanbindung muss bestehen, bevor Sie einen kostenpflichtigen Preis einrichten. Thinkific Payments ist der hier verwendete, Stripe-gestützte Zahlungsdienst; Deutschland gehört zu den unterstützten Unternehmensstandorten.
Unterlagen und richtige Kontodaten vorbereiten
Melden Sie sich als Site Owner an. Halten Sie Geschäftsadresse, die erforderlichen Steuerkennungen, Bankdaten sowie digitale Identitäts- und Adressnachweise bereit. Welche Angaben abgefragt werden, hängt von Land und Unternehmensform ab. Eine US-Registrierung kann beispielsweise eine SSN verlangen; das ist keine pauschale Vorgabe für deutsche Unternehmen.
Bei einem Wechsel von direktem Stripe zu Thinkific Payments: Trennen Sie die bestehende Stripe-Integration nicht, bevor die Migration abgeschlossen ist. Thinkific weist ausdrücklich auf diese Abhängigkeit hin.
Geschäftsdaten übermitteln und Bankkonto hinzufügen
- Öffnen Sie Settings → Payments.
- Wählen Sie unter Where are you located? das korrekte Unternehmensland. Nach dem Aktivieren lässt es sich nicht einfach selbst ändern; bei einer falschen Auswahl ist der Support erforderlich.
- Klicken Sie auf Set Up Thinkific Payments. Die Stripe-gestützte Verifizierung öffnet sich.
- Wählen Sie unter Type of business die zutreffende Unternehmensform und klicken Sie auf Continue. Auch diese Auswahl lässt sich nach abgeschlossener Einrichtung nicht einfach ändern.
- Falls Sie Company gewählt haben, geben Sie die Unternehmensdaten ein und klicken Sie auf Continue. Firmenname und Angaben müssen exakt zu den offiziellen Unterlagen passen.
- Ergänzen Sie die persönlichen Angaben, darunter rechtlicher Name, E-Mail-Adresse und Adresse. Der Name muss mit dem amtlichen Identitätsnachweis übereinstimmen. Klicken Sie auf Continue.
- Füllen Sie weitere angeforderte Felder für Ihr Land und Ihre Unternehmensform aus, etwa Angaben zu Geschäftsverantwortlichen oder öffentlich sichtbare Kundendaten. Gehen Sie jeweils mit Continue weiter.
- Prüfen Sie die Zusammenfassung. Bei Information Needed wählen Sie Edit und ergänzen die fehlenden Angaben. Bestätigen Sie danach mit Agree & Submit.
- Zurück in Thinkific klicken Sie auf Add Bank Account, geben die Bankdaten ein und bestätigen erneut mit Add Bank Account.
Diese Abfolge und die Einschränkungen bei Land und Unternehmensform beschreibt die Dokumentation zu Thinkific Payments.
Status und Währung kontrollieren
Unter Settings → Payments sehen Sie den Kontostatus:
- Pending verification: Die Prüfung läuft. Laut Thinkific können in dieser Phase bereits Zahlungen angenommen werden. Die genannte Prüfzeit von 24–48 Stunden ist keine Zusage einer Freigabe.
- Verified: Das Konto wurde verifiziert; Thinkific Payments ist im Checkout aktiv.
- More Details Required: Klicken Sie auf Update und reichen Sie die verlangten Informationen ein.
- Restricted: Thinkific Payments ist im Checkout nicht aktiv. Wenden Sie sich an den Support, bevor Sie mit diesem Zahlungsweg verkaufen.
Kontrollieren Sie auch die Verkaufswährung. Sie entspricht zunächst dem gewählten Land; über Change Currency lässt sie sich anpassen. Thinkific rät von Änderungen nach dem ersten Verkauf ab: Ein Käuferkonto kann nicht in mehreren Währungen einkaufen. Entscheiden Sie daher vor dem Verkaufsstart, ob Ihr Angebot beispielsweise in EUR abgerechnet werden soll.
Welche Gebühren gelten für ein Unternehmen in Deutschland?
Die am 17. Oktober 2026 herangezogene Thinkific-Gebührenübersicht nennt für ein Unternehmen in Deutschland bei EUR-Transaktionen mit EWR-Karten 1,7 % plus 0,25 €. Hinzukommen können:
- 1,55 % für internationale Karten,
- 2 % für Währungsumrechnung,
- 0,7 % für Abonnements und Ratenzahlungspläne.
Der variable Anteil richtet sich nach dem Unternehmensland, der feste Anteil nach der Transaktionswährung. Die genannten 0,25 € gehören daher zur EUR-Transaktion, nicht automatisch zu jeder Zahlung eines deutschen Unternehmens.
Zusätzlich berechnet die Sales Tax & VAT Solution 0,5 % des insgesamt gezahlten Betrags, wenn eine Steuerprüfung unter den dokumentierten Bedingungen erfolgt – auch bei einem ermittelten Steuersatz von 0 %. Ausnahmen betreffen unter anderem kostenlose oder vollständig rabattierte Bestellungen, Käufer außerhalb der genannten Prüfregionen sowie bestimmte Registrierungsbedingungen in Großbritannien, der EU und der Schweiz. Optionale Rechnungsstellung kostet weitere 0,4 %, bei EUR höchstens 5 € je bezahlter Rechnung.
Andere Zahlarten haben eigene Tarife: Für EU-Unternehmen nennt Thinkific bei Bankweiterleitungen 3,9 % plus 0,25 € und bei „Buy now, pay later“ 6,5 % plus 0,25 €. Das sind alternative Zahlungswege, keine pauschalen Zuschläge auf jede Kartenzahlung. Die Gebühren sind außerdem kein Thinkific-Abonnementpreis und keine vollständige Kostenrechnung.
Ergebnis: Geschäftsdaten und Bankkonto sind übermittelt; Status und Verkaufswährung sind geprüft. Erst danach richten Sie den Preis ein.
5. Zahlungsmodell wählen und Einmalpreis speichern
Für den ausführlichen Ablauf verwenden Sie einen Einmalpreis: Käufer zahlen einmal für den zugesagten Kurszugang. Pre-order verschiebt die Bereitstellung der Lektionen, nicht automatisch die Zahlung.
Zahlungsmodelle sinnvoll unterscheiden
| Option | Unterstützter Zahlungsweg | Zahlungszeitpunkt | Folge für den Käuferzugang |
| Einmalzahlung | Thinkific Payments, Stripe oder PayPal | Einmalige Belastung beim Kauf | Lektionen bleiben im Pre-order-Status gesperrt |
| Abonnement | Thinkific Payments oder Stripe | Wiederkehrende Zahlungen; die Belastung beginnt beim Kauf | Bezahlung bedeutet noch keinen Zugang zu den Lektionen |
| Ratenzahlungsplan | Thinkific Payments oder Stripe | Erste Belastung beim Kauf, weitere monatliche Raten bis zum Ende des Plans | Lektionen bleiben bis zur Veröffentlichung gesperrt |
| Kostenloser Pre-order-Kurs | Kostenlose Einschreibung ohne Zahlung | Keine Belastung | Noch kein Inhaltszugang; erfasst Interesse statt bezahlter Nachfrage |
Die unterstützten Zahlungswege erläutert der Preisleitfaden. Den sofortigen Beginn von Abonnement- und Ratenzahlungen nennt Thinkific im Vorverkaufsleitfaden.
Ein Abonnement ist eine wiederkehrende Zahlung, während ein Ratenplan einen Gesamtpreis auf monatliche Zahlungen mit einem Ende verteilt. Wählen Sie diese Modelle nicht in der Annahme, sie würden erst am Kurstermin starten. Wenn Sie zunächst nur Interessenten erfassen möchten, ist ein kostenloser Pre-order-Kurs eine andere Zielsetzung als dieser bezahlte Test.
Preis und Zugangsdauer eintragen
- Öffnen Sie Products → Courses → Ihren Kurs → Pricing.
- Wählen Sie One-time payment.
- Tragen Sie unter Price Ihren festgelegten Vorverkaufspreis ein. Verwenden Sie einen Betrag, den Sie auf der Verkaufsseite nachvollziehbar erklären können, einschließlich tatsächlich zugesagter früher Käuferleistungen.
- Entscheiden Sie, ob Sie Enrollment Duration setzen. Dieses Feld begrenzt den Zugang in Tagen. Leer bedeutet unbegrenzten Zugang.
- Klicken Sie auf Save.
Die Einmalpreis-Anleitung beschreibt die Felder und den Speichervorgang.
Achtung bei begrenztem Zugang: Die Frist beginnt bereits mit dem Kauf, auch während Pre-order. Die Wartezeit bis zur Veröffentlichung verbraucht somit einen Teil der Dauer. Ein fiktives Beispiel: Bei 90 Tagen ab Kauf und 30 Tagen Wartezeit verbleiben nach dem Start nur 60 Tage. Das würde einer Zusage „90 Tage Zugang ab Kursstart“ widersprechen. Verwenden Sie eine Einstellung, die zur tatsächlichen Zusage passt; die Pre-order-Regeln bestätigen den kaufbasierten Fristbeginn.
Prüfung: Öffnen Sie die Preiseinstellungen nach dem Speichern erneut und kontrollieren Sie Betrag, Währung und Dauer. Falls kein kostenpflichtiger Preis eingerichtet werden kann, prüfen Sie zunächst die Zahlungsanbindung aus Schritt 4.
6. Verkaufsseite gestalten und ausdrücklich speichern
Die Verkaufsseite muss erklären, was Käufer jetzt bezahlen und wann sie dafür welche Leistungen erhalten. Eine automatisch erzeugte Seite ist dafür nur ein Ausgangspunkt: Prüfen und ersetzen Sie ihre Aussagen anhand Ihres Angebotsblatts.
Angebot und geplante Gliederung eintragen
- Öffnen Sie am Desktop Products → Courses → Ihren Kurs → Landing Page → Edit page.
- Klicken Sie auf die Textfelder und bearbeiten Sie die Inhalte.
- Nennen Sie bereits im einleitenden Bereich das Ergebnis, den Vorverkaufsstatus und den verbindlichen Starttermin.
- Ergänzen Sie geplante Themen, Format, Preis, Zugangsdauer, Betreuung und die anwendbaren Stornierungs- und Erstattungsbedingungen.
- Stellen Sie sich als Kursanbieter mit relevanter Erfahrung vor. Verwenden Sie echte frühere Teilnehmerbewertungen nur, wenn solche tatsächlich vorliegen und passend zugeordnet werden können.
Ein klar gekennzeichnetes fiktives Formulierungsbeispiel für den Einstieg lautet: „Dieser Kurs befindet sich im Vorverkauf. Die Lektionen werden noch erstellt. Sie lernen, aus Beispieldaten einen wiederverwendbaren Bericht aufzubauen.“ Ergänzen Sie in Ihrem echten Angebot den konkret festgelegten Liefertermin und die tatsächlichen Konditionen.
Warum erscheint meine Gliederung nicht automatisch? Der Bereich Curriculum zeigt keine Entwurfslektionen und keine Kapitel ohne veröffentlichte Lektionen. Er ist außerdem auf höchstens 100 Kapitel beziehungsweise Lektionen begrenzt. Für den Vorverkauf empfiehlt sich deshalb eine als geplant gekennzeichnete Gliederung in einem normalen Textbereich. So machen Sie den Leistungsumfang sichtbar, ohne Lektionen nur für die Darstellung vorzeitig freizugeben. Grundlage sind die Sichtbarkeitsregeln im AI-Seiteneditor.
Ein früher Käuferbonus sollte konkret und lieferbar sein. Ein Countdown oder eine begrenzte Platzzahl ist keine technische Voraussetzung; verwenden Sie Fristen oder Kapazitätsgrenzen nur, wenn sie tatsächlich gelten.
Abschnitte, Layout und Hintergrund anpassen
- Abschnitt ergänzen: Klicken Sie zwischen zwei Bereichen auf + Insert section, wählen Sie links eine Kategorie und anschließend den gewünschten Abschnitt.
- Reihenfolge ändern: Bewegen Sie den Mauszeiger über den Abschnitt und nutzen Sie die Pfeilsymbole oben rechts.
- Abschnitt entfernen: Wählen Sie das Papierkorbsymbol und bestätigen Sie mit Delete section.
- Layout ändern: Öffnen Sie das Stiftsymbol des Abschnitts, wählen Sie unter Layout eine Anordnung und bestätigen Sie mit Apply.
- Hintergrundfarbe ändern: Öffnen Sie das Stiftsymbol, dann Background → Color → Background color, wählen Sie die Farbe und klicken Sie auf Apply.
Diese Eingriffe helfen beispielsweise, den Liefertermin und die Leistungsbeschreibung vor weniger entscheidende Zusatzinformationen zu stellen. Die jeweiligen Apply-Schaltflächen übernehmen die Abschnittseinstellung; sie ersetzen nicht den abschließenden Speichervorgang der Seite.
Optional: Bilder, Video und echte Bewertungen einfügen
Für ein Seitenbild klicken Sie auf das Medienfeld und wählen Image → Upload → Select Files to Upload. Öffnen Sie die Datei, bearbeiten Sie bei Bedarf den Ausschnitt und bestätigen Sie diese Bearbeitung mit Save. Klicken Sie anschließend auf Upload. Verwenden Sie nur vorhandenes Material; ein Symbolbild ist kein Beleg für bereits fertige Kurslektionen.
Ein echtes Vorstellungsvideo können Sie in einem unterstützten Bereich wie Banner - Video, Text and media oder Video verwenden. Fügen Sie den Abschnitt über + Insert section ein, klicken Sie auf sein Medienfeld und wählen Sie entweder Select from your video library mit dem passenden Video oder Embed a YouTube link. Bei YouTube tragen Sie die Teilen-URL unter Video URL ein. Bestätigen Sie mit Apply.
Wenn geeignete authentische Bewertungen vorhanden sind, fügen Sie über + Insert section → Testimonials einen Bewertungsbereich hinzu. Wählen Sie je Karte Text only, Text and image oder Video, bearbeiten Sie Text und gegebenenfalls Medien und bestätigen Sie mit Apply. Nicht vorhandene Bewertungen lassen Sie weg.
Optional: Kopfzeile, Fußzeile und globale Gestaltung bearbeiten
Für Kopf- und Fußzeile öffnen Sie Page Settings → Page Layout, wählen Header, Content, Footer und klicken auf Save. Bearbeiten Sie danach über Edit Header die Links und Gestaltung und bestätigen Sie mit Apply Changes. Öffnen Sie Edit Footer, nehmen Sie die Änderungen vor und bestätigen Sie ebenfalls mit Apply Changes.
Für Farben, Schriften und Formgebung öffnen Sie oben rechts das Pinselsymbol Landing page theme, bearbeiten Theme, Colors, Fonts oder Corners und klicken auf Save. Diese Gestaltung gilt für alle bestehenden und künftigen Landingpages, nicht nur für diesen Kurs. Nehmen Sie globale Änderungen daher nur vor, wenn die Wirkung auf andere Angebote gewollt ist.
AI Landing Pages unterstützen nicht dieselben Anpassungen wie klassische Website Pages: Eigene Schriftarten, Footer-Code, Kursseiten-Code, die dokumentierte Funktion für Nutzungsbedingungen- und Datenschutzseiten sowie After Purchase Flow werden in diesem Seitensystem nicht unterstützt. Berücksichtigen Sie diese Grenzen bei der zuvor geklärten Bereitstellung Ihrer Kundeninformationen; die Einschränkung einer Seitenfunktion bedeutet nicht, dass damit sämtliche Checkout- oder Informationsmechanismen beschrieben wären. Die Funktionen und Grenzen stehen in der Editor-Dokumentation.
Seite abschließend speichern und Link sichern
- Klicken Sie außerhalb des gerade aktiven Textfelds oder Elements.
- Klicken Sie oben rechts auf Save. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass das Bearbeiten eines Texts die gesamte Seite bereits gespeichert hat.
- Bei einem bereits veröffentlichten Produkt heißt die Schaltfläche Publish changes; damit werden Änderungen live.
- Öffnen Sie die Seite erneut und prüfen Sie insbesondere Starttermin, Preis, Zugang und geplanten Umfang.
- Kopieren Sie im Reiter Landing Page über das Symbol neben der URL den Verkaufsseitenlink. Diesen verwenden Sie gleich für die öffentliche Kontrolle. Den Kopierweg beschreibt Thinkific in der URL-Anleitung.
Ergebnis: Ihr Angebot und die relevanten Seiteneinstellungen sind gespeichert. Der gespeicherte Entwurf allein eröffnet noch keinen kaufbaren Vorverkauf; dafür folgt jetzt die Aktivierung.
7. Pre-order zuletzt aktivieren und Käuferansicht prüfen
Aktivieren Sie Pre-order erst, wenn das gespeicherte Angebot, der Preis, die Zahlungsanbindung und Ihre erforderlichen Verkäuferinformationen bereit sind. Die Aktivierung macht den Kurs auf der Thinkific-Website sichtbar.
Den Vorverkauf einschalten
- Öffnen Sie Products → Courses.
- Wählen Sie den vorbereiteten Draft course.
- Klicken Sie auf Publish.
- Wählen Sie Set to preorder.
- Bestätigen Sie erneut mit Set to preorder.
Das ist die Abfolge aus Thinkifics spezifischer Pre-order-Anleitung.
Wenn die Auswahl fehlt: Prüfen Sie die dokumentierte Voraussetzung einer Website-Theme-Version von mindestens 1.13.0. Achten Sie außerdem auf den Produkttyp: Bundles, Mitgliedschaften, digitale Downloads sowie Coaching & Webinars können nicht selbst auf Pre-order gesetzt werden. Ein geeigneter Pre-order-Kurs kann dagegen Teil eines Bundles oder einer Mitgliedschaft sein.
Öffentliche Seite und Wartezustand kontrollieren
- Laden Sie die Landingpage nach dem Statuswechsel neu. Dadurch kann sich die Beschriftung der Handlungsaufforderung im Banner an den neuen Status anpassen; Thinkific empfiehlt diese Aktualisierung ausdrücklich.
- Öffnen Sie den kopierten Verkaufsseitenlink in einem privaten Browserfenster. Prüfen Sie das Angebot ohne Ihre Administratoransicht: Ist der Vorverkauf erkennbar? Stimmen Preis, Termin und Leistungen? Führt die Handlungsaufforderung zur Bestellung des richtigen Kurses?
- Unterscheiden Sie davon den Zustand nach der Einschreibung: Auf entsprechenden Produktkarten erscheint die Pre-order-Kennzeichnung; eingeschriebene Käufer sehen im Student Dashboard Coming soon und können weder Lektionen noch Course Player öffnen.
Die Zugriffssperre ist beabsichtigt. Pre-order ist weder sofortiger Unterrichtszugang noch eine unverbindliche Reservierung ohne Zahlungsfolgen. Auch die in Schritt 5 erläuterte Zugangsdauer läuft ab Kauf weiter. Erst die spätere Veröffentlichung in Schritt 9 gibt die Inhalte frei.
Älteres Thinkific-Beispiel des Student Dashboard: Der Pfeil markiert „Coming Soon“ auf der rechten Kurskarte. Suchfeld, Filter und Fortschrittsanzeigen gehören zur Käuferansicht, nicht zur Administration.
8. Den richtigen Seitenlink teilen und Rückmeldungen sammeln
Teilen Sie die Verkaufsseite, nicht den direkten Kurslink. Interessenten sollen zunächst die Leistungen und Bedingungen lesen können, bevor sie bestellen.
URL festlegen, kopieren und privat testen
- Öffnen Sie Products → Courses und das Dreipunktmenü der Kurskarte.
- Wählen Sie Copy page link. Alternativ verwenden Sie das Kopiersymbol neben der URL im Reiter Landing Page.
- Verwenden Sie für die Vermarktung nicht Copy product link: Dieser Link führt Teilnehmer direkt in den Kurs statt auf die Verkaufsseite.
- Falls Sie den letzten Teil der Adresse – den sogenannten Slug – anpassen möchten, öffnen Sie Landing Page, klicken auf das Stiftsymbol neben der URL, bearbeiten den Slug und klicken auf Save.
- Kopieren Sie danach die endgültige Adresse und testen Sie sie erneut in einem privaten Browserfenster.
Wählen Sie einen einfachen, gut lesbaren Slug, etwa berichte-erstellen. Thinkific-URLs unterscheiden Groß- und Kleinschreibung. Im bearbeitbaren Slug sind Bindestriche unterstützt, nicht die Sonderzeichen _, :, ., +, & oder /. Der Slug ist nur ein Teil der Adresse; die vollständige URL-Struktur lässt sich darüber nicht frei ändern.
Ändern Sie die Adresse vor dem externen Teilen. Nach einer Änderung ist die frühere URL nicht mehr aktiv. Bereits verschickte E-Mails oder Anzeigen können sonst ins Leere führen. Diese Unterschiede und Regeln erläutert die Thinkific-URL-Dokumentation.
Mit einer passenden kleinen Zielgruppe beginnen
Beginnen Sie mit Personen, die das Problem kennen und bereits Interesse gezeigt haben, statt sofort Ihre gesamte Reichweite anzusprechen. Geeignete Wege können eine zulässige E-Mail-Kampagne, fachlich passende Social-Media-Inhalte, ein Blogbeitrag oder Anzeigen sein. Eine eigene E-Mail-Liste ist keine Voraussetzung der Pre-order-Oberfläche; einen glaubwürdigen Zugang zu potenziellen Käufern benötigen Sie trotzdem.
Beschreiben Sie in der Ansprache das Problem, das angestrebte Ergebnis, den Termin und den bezahlten Vorverkaufsstatus. Verweisen Sie auf die geprüfte Verkaufsseite. Nützliche Einblicke ins Thema können das Angebot erklären, ohne den vollständigen Kurs vorwegzunehmen.
Für Direktmarketing per E-Mail nennt Your Europe als EU-Grundsatz eine ausdrückliche Einwilligung und beschreibt eine Ausnahme bei bestehender Geschäftsbeziehung. Behandeln Sie diese Übersicht nicht als pauschale Erlaubnis für jeden Bestandskundenverteiler. Nutzen Sie die für Ihren konkreten Versand geklärten Berechtigungen; weder Kauf noch Kurseinschreibung begründen automatisch jede Marketingeinwilligung. Kennzeichnen Sie den kommerziellen Zweck, den Anbieter und die Bedingungen von Aktionen transparent.
Bezahlte Nachfrage auswerten und Käufer informieren
Vergleichen Sie die tatsächlichen bezahlten Bestellungen mit Ihrer Entscheidungsschwelle aus Schritt 1. Fragen Sie nach, welche Leistungen für den Kauf ausschlaggebend waren und wo noch Verständnisfragen bestehen. Nutzen Sie Rückmeldungen, um Darstellung und Umsetzung innerhalb der zugesagten Leistung zu verbessern; aus einer einzelnen kleinen Gruppe lässt sich keine allgemeine Marktgröße ableiten.
Kommunizieren Sie den Produktionsfortschritt regelmäßig. Thinkific schlägt im Vorverkaufsleitfaden wöchentliche Updates vor und empfiehlt, Terminänderungen mitzuteilen. Informieren Sie Käufer frühzeitig, wenn sich die Lieferung verschiebt, und behandeln Sie ihre vertraglichen und gesetzlichen Rechte entsprechend den festgelegten Bedingungen. Ein Fortschrittsbericht ist nicht dasselbe wie eine neue Werbekampagne.
Ergebnis: Der endgültige, geprüfte Seitenlink erreicht passende Interessenten; für Bestellungen, Rückmeldungen und Fortschrittsinformationen besteht ein klarer Ablauf.
9. Inhalte veröffentlichen oder Bestellungen erstatten
Am Ende des Vorverkaufs müssen Sie die zugesagten Leistungen bereitstellen oder bei ausbleibender Lieferung die Absage erklären und Käufer erstatten. Wenige Bestellungen schließen eine Durchführung nicht aus: Sie können für die kleine Gruppe liefern, sofern Sie Ihre Zusage erfüllen können.
Den Kurs für die Freigabe vorbereiten
- Erstellen Sie die zum Start versprochenen Inhalte. Ergänzen Sie Lektionen wie in Schritt 2 über Curriculum → Kapitel → Add Lesson, wählen Sie den Typ, tragen Sie Titel und Inhalt ein und klicken Sie auf Save.
- Prüfen Sie den Kurs in der Studentenvorschau: Sind die zugesagten Startinhalte vollständig, verständlich und in der richtigen Reihenfolge? Stellen Sie sicher, dass die freizugebenden Lektionen nicht mehr als Entwurf markiert sind.
- Prüfen Sie bei Bedarf unter den Kurseinstellungen die Darstellung des Course Player. Eine Anpassung seiner Gestaltung ist optional; wichtiger ist, dass die Inhalte funktionieren.
- Aktualisieren Sie die Verkaufsseite und speichern beziehungsweise veröffentlichen Sie ihre Änderungen nach Schritt 6. Entfernen Sie unzutreffende Vorverkaufsaussagen.
- Falls ein Frühbucherpreis endet, ändern Sie unter Pricing den Preis und klicken auf Save. Passen Sie bei Bedarf auch die Kurs-Begrüßungs-E-Mail in den Kurseinstellungen an, damit sie nicht weiterhin einen bloßen Wartezustand beschreibt.
Falls Sie Inhalte zeitversetzt liefern möchten: Eine Drip-Freigabe ist eine separate Einstellung, nicht die Pre-order-Funktion. Thinkific nennt für den Start unter anderem eine Freigabe nach Course Start Date, deren Zeitplan mit dem ersten Kurszugriff nach dem Start beginnt, oder nach Calendar Date, also festen Kalenderdaten. Wählen Sie nur einen Ablauf, der zur angekündigten Lieferung passt. Die Startvorbereitung erläutert diese Orientierung.
Im Publish-Reiter endgültig veröffentlichen
Für die Oberfläche mit Publish-Reiter beschreibt Thinkific folgende Freigabe:
- Öffnen Sie Products → Courses → Ihren Kurs.
- Wechseln Sie zum Reiter Publish.
- Wählen Sie Published.
- Klicken Sie auf Save.
- Informieren Sie die Käufer, dass der Kurs verfügbar ist.
Nach dieser Veröffentlichung erhalten bestehende Teilnehmer und neue Anmeldungen Zugriff auf die Kursinhalte; die Pre-order-Texte verschwinden von den Kurskarten. Prüfen Sie den Zugriff auf die vorgesehenen Startlektionen und gegebenenfalls die geplante zeitversetzte Freigabe. Ein Datum auf der Verkaufsseite veröffentlicht den Kurs nicht automatisch.
Bei Absage über Thinkific Payments erstatten
Erklären Sie den betroffenen Käufern die Absage und die Rückzahlung. Erstattungen über Thinkific Payments können Site Owner und Site Admins durchführen. Prüfen Sie vor der Bestätigung: Eine Erstattung lässt sich weder zurücknehmen noch stornieren. Die ursprünglichen Gebühren bleiben bei Thinkific; reicht das Guthaben auf Ihrem Thinkific-Konto nicht aus, kann Geld vom hinterlegten Bankkonto eingezogen werden.
- Öffnen Sie Sales → Transactions.
- Wählen Sie neben der richtigen Zahlung das Dreipunktmenü und dann Refund.
- Prüfen Sie Refund amount. Standardmäßig ist der volle Betrag vorausgewählt; nach einer früheren Teilerstattung ist es der verbleibende erstattungsfähige Rest. Für eine vollständige Rückabwicklung lassen Sie den vollständigen Restbetrag stehen. Eine Teilerstattung darf den verbleibenden Betrag nicht überschreiten.
- Optional wählen Sie einen zutreffenden Grund: Duplicate für eine doppelte Bestellung, Fraudulent für einen entsprechenden Verdachtsfall oder Requested by Customer bei einer Kundenanfrage. Sie können den Grund auch weglassen.
- Entscheiden Sie ausdrücklich über den Zugang. Aktivieren Sie Also remove this student's access from all products associated with this payment, wenn die Einschreibung mit der Rückabwicklung entfernt werden soll. Beachten Sie, dass sich diese Auswahl auf alle mit dieser Zahlung verbundenen Produkte bezieht.
- Kontrollieren Sie Betrag und Zugangsauswahl und klicken Sie auf Refund.
- Prüfen Sie anschließend die separate Erstattungstransaktion. Sie wird als Refund mit negativem Betrag dargestellt; der Status kennzeichnet eine vollständige oder teilweise Erstattung.
Die Thinkific-Payments-Erstattungsanleitung beschreibt den Ablauf. Bei aktivierten Bestellbelegen erhalten Käufer einen Erstattungsbeleg per E-Mail. Eine vollständige Erstattung umfasst auch die erhobene Steuer; bei einer Teilerstattung wird sie anteilig zurückgezahlt.
Wichtig: Eine Rückzahlung allein entzieht den Zugang nicht automatisch. Ohne die entsprechende Auswahl kann die Einschreibung bestehen bleiben. Zahlungen, die über direktes Stripe oder PayPal abgewickelt wurden, müssen Sie im jeweiligen Anbieter-Konto erstatten; der Provider-Eintrag im Bestellbericht hilft bei der Zuordnung.
Warum Vorverkaufseinnahmen keine frei verfügbare Reserve sind
Ein hypothetisches US-Beispiel, nicht ein deutscher Gebührensatz, macht den Unterschied deutlich: Ein US-Unternehmen verkauft zehn Einmalbestellungen zu je 100 USD an US-Käufer mit inländischen Karten in USD. Es gibt keine Währungsumrechnung, wiederkehrende Abrechnung, Rechnungsstellung oder Sofortauszahlung. Die Steuerlösung ermittelt jeweils 0 % Steuer, wobei ihre 0,5-%-Prüfgebühr anfällt.
- Einnahmen: 10 × 100 USD = 1.000 USD.
- Kartengebühren: 10 × (100 USD × 2,9 % + 0,30 USD) = 32 USD.
- Steuerprüfgebühren: 1.000 USD × 0,5 % = 5 USD.
- Nach diesen bekannten Gebühren verbleiben 963 USD – kein Gewinn.
Bei vollständiger Absage erhalten Käufer zusammen 1.000 USD zurück; die ursprünglichen 37 USD Gebühren werden dem Anbieter nicht erstattet. Plattformabonnement, Produktion, Betreuung, Kundengewinnung und weitere Kosten sind in diesem Beispiel nicht enthalten. Die Rechnung verwendet die US-Bedingungen der Gebührenübersicht und die Regel zur Einbehaltung ursprünglicher Gebühren. Für Ihre deutsche Planung verwenden Sie die tatsächlich anfallenden Gebühren aus Schritt 4.
Abschlussprüfung: Entweder ist der Kurs veröffentlicht und die zugesagte Leistung zugänglich, oder die Absage ist kommuniziert und jede erforderliche Erstattung mit der beabsichtigten Zugangsauswahl im Transaktionsbericht nachvollziehbar.